Meine Perücke rutscht – was kann ich für einen sicheren Sitz tun?
Wenn Ihre Perücke rutscht, sich nach hinten verschiebt oder bei Bewegungen nicht zuverlässig an ihrer Position bleibt, kann das im Alltag sehr störend sein. Schließlich soll eine Perücke nicht nur natürlich aussehen, sondern auch so sicher und angenehm sitzen, dass Sie nicht ständig über ihren Halt nachdenken müssen.
Die naheliegende Reaktion auf eine rutschende Perücke ist häufig, nach einer stärkeren Befestigung zu suchen. Doch nicht immer fehlt tatsächlich ein zusätzliches Hilfsmittel. Eine Perücke, die verrutscht, kann ebenso auf eine ungeeignete Größe, eine falsche Einstellung, eine ungünstige Positionierung oder nicht gleichmäßig untergebrachtes Eigenhaar hinweisen.
Bevor Toupet-Clips, Klebemittel oder andere Befestigungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen, sollte deshalb zunächst geklärt werden, warum die Perücke nicht sicher sitzt. In diesem Ratgeber des Friseurbedarf 24 Online Shop zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Ursachen infrage kommen und wie Sie den Sitz Ihrer Perücke systematisch überprüfen können.
Eine gut passende Perücke sollte grundsätzlich sicher sitzen
Eine gut passende Perücke sollte grundsätzlich so sicher sitzen, dass sie bei normalen Bewegungen im Alltag nicht ständig ihre Position verändert. Größe, Kopfform, Einstellung und die richtige Position der Montur bilden dafür die wichtigste Grundlage.
Das bedeutet gleichzeitig: Zusätzliche Befestigungsmittel sind nicht bei jeder Perücke grundsätzlich erforderlich. Wenn eine Perücke regelmäßig nach hinten rutscht, im Nacken hochwandert oder sich insgesamt zu locker anfühlt, sollte deshalb zunächst die Passform kontrolliert werden.
Für den sicheren Sitz spielen insbesondere folgende Faktoren zusammen:
- die richtige Perückengröße,
- die individuelle Kopfform,
- die Einstellung der Montur,
- die korrekte Position auf dem Kopf,
- vorhandenes Eigenhaar,
- die Konstruktion der Montur
- und die Anforderungen beim Tragen im Alltag.
Erst wenn diese Punkte überprüft wurden, lässt sich sinnvoll beurteilen, ob eine zusätzliche Befestigung tatsächlich notwendig oder lediglich ein Passformproblem zu lösen ist.
Bevor Sie zusätzliche Befestigungshilfen einsetzen, lohnt sich deshalb immer ein Blick auf Größe und Passform – bereits die Wahl einer Perücke in der passenden Größe ist eine wichtige Grundlage für einen angenehmen und sicheren Sitz.
Größe, Einstellung und Position – die häufigsten Ursachen für eine rutschende Perücke
Wenn eine Perücke rutscht, gehören Größe, Einstellung und Position zu den ersten Punkten, die kontrolliert werden sollten. Diese drei Faktoren hängen eng miteinander zusammen und können dazu führen, dass selbst eine hochwertige Perücke nicht den erwarteten Halt bietet.
Eine zusätzliche Befestigung sollte deshalb nicht dazu dienen, eine grundsätzlich ungeeignete Passform zu kaschieren. Besonders beim ersten Perückenkauf lohnt es sich, die einzelnen Ursachen nacheinander auszuschließen.
Ist die Perücke zu groß?
Ist eine Perücke zu groß, kann die Montur mehr Bewegungsspielraum besitzen, als für einen sicheren Sitz sinnvoll ist. Bei Kopfbewegungen kann sich die Perücke dadurch verschieben oder langsam nach hinten wandern.
Eine deutlich zu große Perücke sollte nicht einfach möglichst stark zusammengezogen oder mit zusätzlichen Befestigungsmitteln fixiert werden. Solche Maßnahmen können die Bewegung zwar reduzieren, beseitigen aber nicht das eigentliche Größenproblem.
Vor dem Kauf sollte deshalb der Kopfumfang sorgfältig bestimmt werden. Wie Sie richtig messen und welche Größenvarianten Ellen Wille anbietet, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zu den Ellen Wille Perückengrößen.
Der Kopfumfang ist dabei ein besonders wichtiger Ausgangswert, beschreibt die Passform aber nicht vollständig. Zwei Menschen mit gleichem Kopfumfang können unterschiedliche Kopfformen und Proportionen besitzen. Deshalb kann sich auch der Sitz verschiedener Perücken derselben nominellen Größe unterscheiden.
Ist die Perücke zu weit eingestellt?
Auch eine zu weit eingestellte Perücke kann leichter verrutschen. Viele Monturen besitzen im Nackenbereich Möglichkeiten zur Feinregulierung, mit denen sich die Weite innerhalb des vorgesehenen Einstellbereichs anpassen lässt.
Ist diese Regulierung weiter eingestellt, als es für den jeweiligen Kopf erforderlich wäre, erhält die Montur möglicherweise unnötigen Bewegungsspielraum. Prüfen Sie deshalb, ob sich die vorhandene Weitenregulierung auf beiden Seiten gleichmäßig anpassen lässt.
Dabei gilt jedoch nicht: je enger, desto besser. Eine Perücke sollte sicher anliegen, aber keinen unangenehmen Druck verursachen. Die Weitenregulierung dient der Feinabstimmung und ist kein Ersatz für eine grundsätzlich passende Größe.
Sitzt die Perücke an der richtigen Position?
Wenn eine Perücke nicht an der richtigen Position sitzt, kann selbst eine passende Größe unsicher wirken. Wichtige Orientierungspunkte sind der vordere Haaransatz, die seitlichen Bereiche an den Schläfen beziehungsweise vor den Ohren sowie der Sitz im Nacken.
Wird die Perücke beispielsweise von Anfang an zu weit nach hinten aufgesetzt, wirkt nicht nur der Haaransatz möglicherweise unnatürlich. Es kann gleichzeitig der Eindruck entstehen, dass die Perücke ständig weiter nach hinten rutscht.
Richten Sie die Perücke deshalb nach dem Aufsetzen sorgfältig und symmetrisch aus. Kontrollieren Sie im Spiegel sowohl den vorderen Haaransatz als auch die seitliche Position und den Sitz im Nacken.
Beim Korrigieren sollte möglichst nicht kräftig an einzelnen Haaren oder an einem empfindlichen Filmansatz gezogen werden. Greifen Sie zum Positionieren bevorzugt an dafür geeigneten, stabileren Bereichen der Montur.
Eigenhaar und Wig Cap können den Sitz der Perücke beeinflussen
Auch Eigenhaar und eine gegebenenfalls verwendete Wig Cap können den Sitz der Perücke beeinflussen. Besonders längeres oder dichteres Eigenhaar sollte möglichst gleichmäßig und flach unter der Montur verteilt werden, damit keine ausgeprägten Erhebungen entstehen.
Wird das eigene Haar beispielsweise an einzelnen Stellen zu einem größeren Paket zusammengelegt, liegt die Montur dort höher auf als in anderen Bereichen. Das kann die äußere Form der Frisur verändern und zugleich die gleichmäßige Auflage der Perücke beeinträchtigen.
Das Eigenhaar sollte deshalb so vorbereitet werden, dass eine möglichst gleichmäßige Grundlage entsteht. Welche Methode dafür geeignet ist, hängt unter anderem von Haarlänge, Haardichte und persönlicher Trageweise ab.
Je nach Eigenhaar und persönlichem Tragegefühl kann eine Unterziehhaube den täglichen Umgang mit der Perücke unterstützen. In unserem Perückenbedarf mit Wig Caps und praktischen Hilfsmitteln finden Sie unterschiedliche Lösungen für das Tragen, Aufbewahren und den Alltag mit Zweithaar.
Kann eine Wig Cap gegen das Verrutschen helfen?
Eine Wig Cap kann bei einer rutschenden Perücke unterstützend wirken, insbesondere wenn längeres Eigenhaar unter der Montur gebündelt werden soll. Die Unterziehhaube hält die eigenen Haare kompakter zusammen und kann dadurch eine gleichmäßigere Grundlage schaffen.
Sie verhindert außerdem, dass einzelne Eigenhaare so leicht unter der Perücke hervortreten. Manche Trägerinnen empfinden dadurch auch das Aufsetzen und das Tragegefühl als angenehmer beziehungsweise sicherer.
Eine Wig Cap ist allerdings kein universelles Mittel gegen eine schlecht sitzende Perücke. Ist die Montur deutlich zu groß oder grundsätzlich ungeeignet eingestellt, löst eine Unterziehhaube dieses Passformproblem nicht.
Mehr über Einsatz und Eigenschaften einer Unterziehhaube erfahren Sie in unserem ausführlichen Beitrag über die Wig Cap als Grundlage unter einer Perücke.
Kopfform und Montur bestimmen mit, wie sicher eine Perücke sitzt
Neben der Größe bestimmen auch Kopfform und Montur mit, wie sicher eine Perücke sitzt. Eine Größenangabe allein kann nicht sämtliche individuellen Proportionen des Kopfes berücksichtigen.
Menschen mit identischem Kopfumfang können beispielsweise unterschiedlich geformte Hinterköpfe, Stirnbereiche oder Kopfproportionen besitzen. Deshalb ist es möglich, dass sich verschiedene Modelle derselben Größenklasse auf demselben Kopf unterschiedlich anfühlen.
Auch die Konstruktion der Montur spielt eine Rolle. Unter dem sichtbaren Haar können sich je nach Modell Tressen, Monofilament, handgeknüpfte Bereiche, eine Lace Front beziehungsweise ein Filmansatz und weitere Konstruktionselemente befinden.
Diese Verarbeitungstechniken unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Flexibilität, Gewicht und Tragegefühl. Eine besonders hochwertige oder aufwendige Montur bedeutet dabei nicht automatisch, dass die Perücke auf jedem Kopf fester sitzt. Natürlichkeit, Beweglichkeit, Komfort und Halt sind unterschiedliche Eigenschaften.
Wenn Sie genauer verstehen möchten, wie Perücken unter dem sichtbaren Haar aufgebaut sind, finden Sie in unserem Ratgeber über Perückenmonturen und ihre Unterschiede ausführliche Informationen.
Wenn die Perücke nach hinten oder im Nacken hochrutscht
Wenn eine Perücke nach hinten rutscht oder im Nacken hochwandert, lohnt sich eine systematische Kontrolle. Beide Probleme können ähnliche Ursachen haben, müssen aber nicht zwangsläufig auf eine falsche Größe zurückzuführen sein.
Wenn die Perücke nach hinten wandert, prüfen Sie zunächst:
- Passt der gemessene Kopfumfang zur Größe der Perücke?
- Ist die Weitenregulierung sinnvoll eingestellt?
- Sitzt der vordere Haaransatz an der richtigen Position?
- Sind die seitlichen Bereiche symmetrisch ausgerichtet?
- Liegt die Montur im Nacken richtig an?
- Ist vorhandenes Eigenhaar flach und gleichmäßig untergebracht?
Beim Hochrutschen im Nacken sollte zusätzlich die Kleidung betrachtet werden. Hohe oder feste Kragen sowie Schals können mit den Haaren und teilweise auch mit dem Nackenbereich der Perücke in Kontakt kommen. Durch Bewegung entsteht Reibung, die sowohl das Tragegefühl als auch die Haarfasern beeinflussen kann.
Besonders bei längeren Frisuren werden die Haarlängen im Nacken durch den Kontakt mit Kleidung stärker beansprucht. Diese Reibung kann zusätzlich Verknotungen und Verschleiß begünstigen.
Wer zum ersten Mal eine Perücke trägt, sollte außerdem berücksichtigen, dass die Montur zunächst sehr bewusst wahrgenommen werden kann. Ein ungewohntes Gefühl bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich die Perücke tatsächlich stark bewegt. Eine Kontrolle vor dem Spiegel kann helfen, zwischen subjektivem Unsicherheitsgefühl und tatsächlichem Verrutschen zu unterscheiden.
Bewegung, Wind und Schwitzen verändern die Anforderungen an den Halt
Bewegung, Wind und Schwitzen können die Anforderungen an den Halt einer Perücke verändern. Eine Perücke, die beim ruhigen Sitzen vollkommen sicher erscheint, wird beim schnellen Gehen, bei häufigen Kopfbewegungen oder bei körperlicher Aktivität stärker beansprucht.
Auch das An- und Ausziehen von Kleidung kann Einfluss haben. Besonders enge Halsausschnitte, Kapuzen, Schals oder Jackenkragen können mit Haar und Montur in Kontakt kommen.
Eine passend sitzende Perücke sollte bei normalen Alltagsbewegungen dennoch nicht ständig ihre Position verlieren. Für besondere Aktivitäten oder ein erhöhtes persönliches Sicherheitsbedürfnis können jedoch zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sein.
Kann Schweiß dazu führen, dass die Perücke rutscht?
Schweiß kann das Tragegefühl einer Perücke verändern, bedeutet aber nicht automatisch, dass eine gut passende Perücke deshalb stark verrutschen muss. Bei Wärme und körperlicher Aktivität kann sich unter der Montur Feuchtigkeit bilden, wodurch die Auflage auf der Kopfhaut bewusster wahrgenommen wird.
Ob Schweiß tatsächlich zu einem stärkeren Verrutschen beiträgt, hängt von Passform, Montur und individueller Situation ab. Eine grundsätzlich zu große oder ungünstig eingestellte Perücke sollte deshalb nicht allein durch zusätzliche Befestigung gegen die Auswirkungen von Wärme oder Feuchtigkeit gesichert werden.
Nach stärkerem Schwitzen kann außerdem eine frühere Reinigung erforderlich sein. Wie Sie dabei materialgerecht vorgehen, erklären wir in unserer Pflegeanleitung für Perücken, Toupets und Haarteile.
Toupet-Clips und andere Befestigungen für zusätzlichen Halt
Wenn die grundlegende Passform stimmt und dennoch mehr Sicherheit gewünscht wird, können Toupet-Clips und andere Befestigungen für zusätzlichen Halt infrage kommen. Welche Methode geeignet ist, hängt jedoch von der jeweiligen Perücke, der Konstruktion ihrer Montur, vorhandenem Eigenhaar und der persönlichen Situation ab.
Eine zusätzliche Befestigung sollte deshalb gezielt ausgewählt werden. Besonders empfindliche Monturbereiche dürfen nicht wahllos mechanisch belastet oder mit ungeeigneten Klebemitteln behandelt werden.
Toupet-Clips benötigen geeignetes Eigenhaar
Toupet-Clips benötigen ausreichend geeignetes Eigenhaar, um einen zusätzlichen Befestigungspunkt schaffen zu können. Die kleinen Clips werden mit dem vorhandenen Haar verbunden und kommen besonders häufig bei Haarteilen und Toppern zum Einsatz.
Ob Toupet-Clips auch bei einer Perücke sinnvoll sind, hängt von deren Konstruktion und der individuellen Haarsituation ab. Bei sehr feinem, stark ausgedünntem oder fehlendem Eigenhaar ist diese Befestigungsart entsprechend nicht beziehungsweise nicht überall geeignet.
Clips sollten außerdem nicht ohne fachgerechte Beurteilung an beliebigen Stellen einer hochwertigen Montur angebracht werden. Unterschiedliche Monturkonstruktionen stellen unterschiedliche Anforderungen an eine solche Befestigung.
Mehr über die verschiedenen Ausführungen erfahren Sie in unserem Beitrag Toupet-Clips im Vergleich – Perücken und Haarteile sicher befestigen.
Klebestreifen und Flüssigkleber sind nicht für jede Perücke geeignet
Klebestreifen und Flüssigkleber sind nicht für jede Perücke und jede Montur geeignet. Bei bestimmten Haarersatzsystemen können spezielle Klebeprodukte eine Verbindung zwischen dafür vorgesehenen Bereichen des Haarersatzes und der Haut herstellen.
Daraus sollte jedoch nicht der Schluss gezogen werden, dass jede rutschende Perücke einfach festgeklebt werden kann. Ob ein Klebesystem verwendet werden darf und sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Konstruktion des Haarersatzes, den vorgesehenen Kontaktflächen und dem jeweiligen Befestigungsprodukt ab.
Auch die sachgerechte Entfernung ist wichtig. Ungeeignete Produkte oder falsches Ablösen können empfindliche Bereiche einer Montur belasten oder beschädigen.
Mehr Halt bedeutet nicht automatisch mehr Tragekomfort
Mehr Halt bedeutet bei einer Perücke nicht automatisch mehr Tragekomfort. Eine möglichst starke Fixierung klingt zunächst besonders sicher, im Alltag sollte jedoch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen zuverlässigem Sitz und angenehmem Tragen erreicht werden.
Eine zu eng eingestellte Perücke kann Druck verursachen. Ungünstig positionierte Clips können am Eigenhaar ziehen und Klebesysteme bringen zusätzliche Anforderungen an Anwendung, Entfernung und Pflege mit sich.
Das Ziel sollte deshalb nicht darin bestehen, eine Perücke so fest wie möglich am Kopf zu fixieren. Entscheidend ist vielmehr, dass sie so sicher wie nötig und gleichzeitig so angenehm wie möglich sitzt.
Eine passende Größe und eine zur Kopfform geeignete Montur bilden dafür weiterhin die wichtigste Grundlage.
Wenn Größe, Position und Einstellung der Perücke bereits stimmen und dennoch zusätzliche Fixierung gewünscht wird, können je nach Montur und persönlicher Ausgangssituation unterschiedliche Befestigungssysteme für Perücken wie Clips, Tapes oder geeignete Haftprodukte infrage kommen.
Bei einer Lace Front ist ein besonders schonender Umgang wichtig
Bei einer Lace Front ist ein besonders schonender Umgang wichtig, da der vordere Haaransatz aus einem sehr fein gearbeiteten Material bestehen kann. Bei vielen hochwertigen Perücken werden einzelne Haare in diesem Bereich so verarbeitet, dass der Übergang an der Stirn besonders natürlich erscheint.
Beim Aufsetzen, Abnehmen oder Korrigieren der Perücke sollte deshalb nicht unnötig am feinen Filmansatz gezogen werden. Auch zusätzliche Befestigungsmittel dürfen nur dann in diesem Bereich eingesetzt werden, wenn sie für die jeweilige Konstruktion und Anwendung geeignet sind.
Das gilt ebenso für andere empfindliche Bereiche einer hochwertigen Montur. Ein sicherer Sitz sollte niemals dadurch erkauft werden, dass besonders feine Konstruktionselemente unnötig belastet werden.
Rutscht eine Echthaarperücke anders als eine Kunsthaarperücke?
Ob eine Echthaarperücke anders rutscht als eine Kunsthaarperücke, lässt sich nicht allein anhand des verwendeten Haarmaterials beantworten. Für den eigentlichen Sitz sind vor allem Größe, Kopfform, Einstellung und Konstruktion der Montur verantwortlich.
Echthaar und Kunsthaar unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich ihrer Materialeigenschaften, Pflege und Stylingmöglichkeiten. Eine rutschende Echthaarperücke sollte deshalb hinsichtlich ihrer Passform ebenso systematisch überprüft werden wie eine Kunsthaarperücke.
Auch das Gewicht und die Haarlänge eines konkreten Modells können das individuelle Tragegefühl beeinflussen. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeingültige Regel ableiten, nach der eine bestimmte Haarqualität grundsätzlich sicherer sitzt.
Wann sollte eine Perücke individuell angepasst werden?
Eine individuelle Anpassung der Perücke kann sinnvoll sein, wenn die Standardgröße grundsätzlich geeignet erscheint, die Montur aufgrund der persönlichen Kopfform aber an bestimmten Stellen nicht optimal sitzt.
Welche Veränderungen möglich sind, hängt von der Konstruktion des jeweiligen Modells ab. Eine Tressenmontur bietet andere Voraussetzungen als eine vollständig handgeknüpfte Perücke oder eine Konstruktion mit besonders feinen Bereichen.
Von improvisierten Veränderungen an hochwertigen Monturen ist abzuraten. Werden tragende Bereiche, Tressen, Monofilament oder Lace unsachgemäß verändert, können Passform, Optik und Haltbarkeit beeinträchtigt werden.
Eine fachgerechte Anpassung verfolgt dagegen das Ziel, die vorhandene Montur dort zu optimieren, wo dies konstruktiv möglich und für die individuelle Kopfform sinnvoll ist.
Perücke rutscht – diese Reihenfolge hilft bei der Fehlersuche
Wenn Ihre Perücke rutscht, hilft eine feste Reihenfolge bei der Fehlersuche. So lässt sich zunächst überprüfen, ob ein grundlegendes Passformproblem besteht, bevor zusätzliche Befestigungen verwendet werden.
- Größe kontrollieren: Passt der gemessene Kopfumfang zur Größenklasse der Perücke?
- Einstellung überprüfen: Sind die vorhandenen Verstellmöglichkeiten sinnvoll und auf beiden Seiten gleichmäßig eingestellt?
- Position kontrollieren: Sitzen Haaransatz, Seitenbereiche und Nacken an der vorgesehenen Stelle?
- Eigenhaar überprüfen: Liegt vorhandenes Haar möglichst flach und gleichmäßig unter der Montur?
- Wig Cap prüfen: Bei vorhandenem Eigenhaar kann eine Unterziehhaube eine gleichmäßigere Grundlage schaffen.
- Kopfform berücksichtigen: Passt die Konstruktion des Modells zur individuellen Kopfform?
- Alltagssituation beobachten: Rutscht die Perücke bereits bei normalen Bewegungen oder nur bei besonderen Aktivitäten?
- Zusätzliche Befestigung erst danach prüfen: Clips oder geeignete Klebesysteme sollten erst betrachtet werden, wenn die grundlegende Passform stimmt.
Diese Reihenfolge verhindert, dass ein Größen- oder Passformproblem lediglich durch zusätzliche Befestigung überdeckt wird. Häufig lässt sich die Ursache bereits bei den ersten Schritten erkennen.
Häufige Fragen, wenn eine Perücke rutscht oder nicht richtig sitzt
Wenn eine Perücke rutscht oder nicht richtig sitzt, tauchen häufig ähnliche Fragen zu Befestigung, Größe und Tragekomfort auf. Die wichtigsten Antworten haben wir deshalb kompakt zusammengefasst.
- Muss eine Perücke zusätzlich befestigt werden?
-
Nein, nicht grundsätzlich. Eine richtig gewählte und korrekt eingestellte Perücke kann im normalen Alltag auch ohne zusätzliche Befestigung sicher sitzen. Ob weitere Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Passform, Montur, vorhandenem Eigenhaar und den persönlichen Anforderungen ab.
- Warum rutscht meine Perücke nach hinten?
-
Wenn eine Perücke nach hinten rutscht, können eine zu große oder zu weit eingestellte Montur, eine falsche Position auf dem Kopf, ungleichmäßig untergebrachtes Eigenhaar oder die individuelle Kopfform mögliche Ursachen sein. Deshalb sollte zunächst die Passform geprüft werden.
- Hilft eine Wig Cap gegen das Verrutschen?
-
Eine Wig Cap kann vorhandenes Eigenhaar bündeln und dadurch eine gleichmäßigere Grundlage unter der Perücke schaffen. Das kann den Sitz unterstützen und das Aufsetzen erleichtern. Eine Unterziehhaube ersetzt jedoch keine korrekt gewählte Perückengröße.
- Kann ich meine Perücke mit Toupet-Clips befestigen?
-
Eine Befestigung der Perücke mit Toupet-Clips setzt geeignetes Eigenhaar und eine dafür geeignete Konstruktion voraus. Besonders verbreitet sind Clips bei Haarteilen und Toppern. Empfindliche Monturbereiche sollten nicht ohne fachgerechte Prüfung mit Clips versehen werden.
- Kann ich eine zu große Perücke einfach enger stellen?
-
Eine zu große Perücke lässt sich durch die integrierte Weitenregulierung nur begrenzt korrigieren. Diese dient vor allem der Feinabstimmung. Bei einer deutlich falschen Ausgangsgröße sollte geprüft werden, ob eine kleinere Größe oder eine fachgerechte Anpassung geeigneter ist.
- Wie eng muss eine Perücke sitzen?
-
Eine Perücke sollte so eng beziehungsweise körpernah sitzen, dass sie sich bei normalen Bewegungen sicher anfühlt, ohne unangenehmen Druck zu verursachen. Ein besonders enger Sitz ist nicht automatisch ein besonders guter oder komfortabler Sitz.
- Warum sitzt eine Perücke besser als eine andere, obwohl beide dieselbe Größe haben?
-
Zwei Perücken derselben Größenklasse können unterschiedlich sitzen, weil neben dem Kopfumfang auch Kopfform, Proportionen und Konstruktion der jeweiligen Montur eine Rolle spielen. Die nominelle Größe allein beschreibt deshalb nicht jede Eigenschaft der Passform.
Fazit: Wenn die Perücke rutscht, zuerst die Ursache finden
Wenn die Perücke rutscht, sollte zuerst die tatsächliche Ursache gefunden werden, bevor zusätzliche Befestigungsmittel zum Einsatz kommen. Häufig lohnt es sich, zunächst Größe, Einstellung, Position und die Verteilung des Eigenhaars zu kontrollieren.
Auch individuelle Kopfform und Monturkonstruktion beeinflussen den Sitz. Eine Wig Cap kann insbesondere bei vorhandenem Eigenhaar eine sinnvolle Unterstützung sein, während Toupet-Clips oder geeignete Klebesysteme nur abhängig von Haarersatz, Montur und persönlicher Situation infrage kommen.
Der wichtigste Grundsatz lautet deshalb: Eine Perücke sollte nicht so fest wie möglich, sondern passend, sicher und komfortabel sitzen. Zusätzliche Befestigung kann sinnvoll sein, sollte aber nicht dazu dienen, eine grundsätzlich ungeeignete Größe oder Passform auszugleichen.
Im Perückenblog des Friseurbedarf 24 Online Shop finden Sie weitere ausführliche Ratgeber zu Perückengrößen, Monturen, Wig Caps, Befestigung, Pflege und dem komfortablen Tragen von Zweithaar. So können Sie nicht nur eine optisch passende Perücke auswählen, sondern auch besser beurteilen, welche Faktoren für einen sicheren und angenehmen Sitz im Alltag entscheidend sind.