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Aus Liebe zum Stahl
Montag, 26. Oktober 2009 von Benedikt Schmidt Zurück

Konosuke AragawaKaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich Menschen, für die das Thema „Stahl” sowas wie Offenbarung bedeutet. So z.B. Konosuke Aragawa, Industriedesigner der TAKAI Technology-Fabrik in Japan. Der passionierte Scherenhersteller ist regelrecht verliebt in die Entwicklung von Friseur`s liebstem Werkzeug und weiß daher, dass die Wahl des richtigen Stahls das A und O bei der Scherenproduktion sind: Von der Stahl-Legierung, über das Design der Schere mit den jeweiligen Möglichkeiten des Stahls bis hin zum Bau der Scherenproduktionsmaschinen kümmert sich das „Stahl-Genie” Aragawa mit großer Leidenschaft um alles selbst.

FRIPAC-MEDIS im Interview mit Konosuke Aragawa:

1. Was fasziniert Sie am Material Stahl?

Konosuke Aragawa: „Stahl ist für mich der Eichstab unserer Zivilisation. Wie z. B. könnten Menschen Speisen zubereiten ohne Stahltöpfe oder Messer? Auch Autos gäbe es nicht. Ganz zu schweigen vom Friseur, der ohne Stahlscheren niemals in vollendeter Perfektion Haare schneiden könnte.”

2. Mit welchen Legierungen kann man spielen und was genau erreichen?


Konosuke Aragawa: „Aus meiner Sicht ist die ideale Legierung mit Vanadium, Molybdän, Kobalt, Chrom, Wolfram und Mangan angereichert. So wie ich sie beim SUMMUM Stahl mit meinem Partner Nippon Steel zusammengestellt habe. Diese Legierung erreicht eine Härte von 65° Rockwell gegenüber 60° Rockwell bei vergleichbaren Topscheren und ca. 50° Rockwell bei günstigen Standardscheren. Und weil erst eine solche Härte die Umsetzung einer vollendeten Scherenkreation mit perfektem Schliff und Klingenfinish möglich macht, ist die Stahl-Legierung das eigentlich wichtigste Thema beim Scherenkauf.”

3. Welche Gestaltungsmöglichkeiten hat man beim Stahl?

Konosuke Aragawa: „Vanadium unterstützt die Härte der Klingen und verlängert deren Lebensdauer. Molybdän wirkt wie ein Korrosionsschutz. Kobalt macht den Stahl besonders widerstandsfähig bei nochmals verlängerter Lebensdauer. Die zusätzliche Abrundung mit Chrom, Wolfram und Mangan macht den Stahl noch dichter, härter und glatter bei einzigartigen anti-oxidativen Eigenschaften.” (Beispiel Modell Summum von TAKAI TECHNOLOGY)

4. Andererseits: welche Grenzen?

Konosuke Aragawa: „Die Grenzen werden von der SUMMUM Legierung definiert: erst ein so harter, perfekt legierter Stahl macht die Umsetzung der 11 Mikrorillen möglich, die ich "Miracle Slit" genannt habe - als bisherigen Höhepunkt meiner Scherenkunst. Die Grenzen liegen also immer am oberen Ende der heute bekannten Möglichkeiten, denn "Miracle Slit" ist mit keinem anderen mir bekannten Stahl als SUMMUM möglich.”

5. Für welche Produkte setzen Sie Stahl ein?

Konosuke Aragawa: „Ausschließlich für professionelle Friseurscheren und mikrochirurgische Instrumente.”

6. Mit welchen Oberflächen-Finishes arbeiten Sie und warum?

Konosuke Aragawa: „Mir geht es bei einer Friseurschere um das perfekte Instrument: aufwendige und teure Oberflächen-Finishes machen die Schere nicht besser, daher belasse ich die TAKAI-Linie zeitlos mit hochglanzpolierten Stahloberflächen und Karbon-Rädchen. Und was gibt es schließlich Schöneres als den Glanz einer perfekten Stahllegierung? Nur die Form und das Design machen für mich daher die Ästhetik einer Schere aus.”

7. Welches Gefühl wollen Sie dem Benutzer vermitteln?

Konosuke Aragawa: „Ich möchte, daß sich der Haarkünstler durch seine TAKAI Schere zur Selbstverwirklichung führen läßt!”

8. Welche Eigenschaften sollte eine Friseur-Schere haben, neben der guten Schnittleistung?

Konosuke Aragawa: „Die wichtigste Eigenschaft neben der Schnittleistung ist das Design der Schere für die Hand. Nur eine in eine virtuelle Hand hineinkreierte Schere kann eine perfekte Hand- und Armhaltung gewährleisten, und nur dann ist für den Haarkünstler ein wirklich professionelles Arbeiten möglich. Ich löse dieses Problem mit der 3D-Modellierung von Scherenmodell und Hand, wenn ich ein neues TAKAI Modell entwickle, egal ob klassisch gerade oder ergonomisch.”

9. Welche zusätzlichen Features geben Sie einer Schere mit?

Konosuke Aragawa: „Jede Schere von TAKAI verfügt über einen Schliff mit 7 Schneidewinkeln, einen sogenannten HAMAGURI-Schliff. Zusätzlich gibt es bei den unterschiedlichen Modellen diverse Besonderheiten: SUMMUM und ZOOM haben Löcher in den Klingen zum Ausstoßen von feinsten Haaren, CISELOR ist eine Künstlerschere mit 14 breiten Haifischzähnen, DUAL verfügt über eine doppelte Fingerauflage, TOUCAN hat eine breite, geschwungene Klinge, die an einen Papageienschnabel erinnert...”

10. Wie wichtig sind hier Form, Farbe, „Styling”?

Konosuke Aragawa: „Styling ist sehr wichtig, denn schließlich kann man nur über das Styling einer Schere das i-Tüpfelchen auf die Kreation setzen. So hat SUMMUM das unverwechselbare Ergonomie-Design mit den elliptischen Löchern in der Klinge. NARA zeichnet sich mit seinen weiten Öffnungen im Stahl durch Transparenz, Schnelligkeit und Flexibilität aus. Mein neuestes Modell, MEIJI, verfügt an den Daumenaugen über schuppenartig gezackte Seiten bei klassisch gerader Form: das perfekte Instrument für rasend schnelle Slicing-Techniken, bei denen die Finger aus den Augen freigelassen werden können...”

Details finden Sie diesem LINK.
Produktempfehlungen zu diesem Artikel:
TAKAI Schere Summum Ergo 55 Größe: 5,5
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